Bürger, Engagement und etwas Zeit

Um eine neue Bürgerplattform zu gründen, braucht es zunächst einen städtischen Bereich, in dem viele verschiedene Menschen leben, die alle in vereinzelten Organisationen aktiv sind: Sport- oder Kultur-Vereine, religiöse Gemeinden, Bildungseinrichtungen, Stadtteilgruppen etc. Meist kümmert sich jede Organisation für sich allein um ihre speziellen Anliegen.

 

Der Community Organizer, macht sich auf die Suche nach bestehenden Vereinen, Initiativen und Gruppen. Er oder sie bringt die vereinzelten Organisationen zusammen und moderiert die Kennenlern-Gespräche. So entstehen vertrauensvolle Beziehungen.

 

Zunächst sehen Angelclub und katholische Gemeinde vielleicht keine gemeinsamen Interessen; irgendwann entdecken sie, dass alle ihre Mitglieder sich über dieselbe Bushaltestelle ärgern oder die kaputte Straßenbeleuchtung oder oder oder...

Nach einem Jahr Saatzeit, in denen aus den Einzel-Gesprächen langsame erste Verknüpfungen entstehen, entsteht die Kerngruppe, die im folgenden Jahr den eigentlichen Aufbau vorantreibt.


In einem letzten Schritt werden Anliegen und Themen gesammelt und bewertet,  in thematischen Arbeitsgruppen werden die Probleme konkretisiert, Lösungswege gesucht und relevante Entscheider in Politik und Gesellschaft  identifiziert.

 

Im dritten Jahr kommt es zur öffentlichen Gründung einer gemeinsamen Plattform: Die Bürgerplattform gibt sich einen eigenen Namen und benennt  Herausforderungen, die man gemeinsam angehen will.

 

Ab jetzt gibt es sichtbare Ergebnisse! Doch anders als klassische Bürgerinitiativen, die sich auflösen, wenn ihr Anliegen erledigt ist, sind Bürgerplattformen lernende Organisationen, die sich permanent neue Themen suchen und so das Gemeinwesen in einen dauerhaften Verbesserungsprozess bringen.



"Staatliche Unterstützung nehmen wir gern an, nur kein staatliches Geld. So viel Unabhängigkeit muss bleiben!"